Die Unberührbare

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Die Unberührbare

Die Unberührbare Cover Freigabe: Freigegeben ab 12 Jahren
Medium: DVD
Regie: Oskar Roehler
Erschienen am: 17.11.2006
Laufzeit: 104 Minuten
Mit:Hannelore Elsner
Tonio Arango
Michael Gwisdek
Gebraucht: EUR 15,00
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Die Unberührbare

Beschreibung
Deutschland Edition, PAL/Region 2 DVD: TON: Deutsch ( Dolby Digital 2.0 ), Deutsch ( Dolby Digital 5.1 ), Deutsch ( Untertitel ), Englisch ( Untertitel ), WIDESCREEN (1.85:1), BONUSMATERIAL: Biographien, Featurette, Filmographies, FormMannschaft Interview(s), Trailer(s), Wechselwirkendes Menü, SYNOPSIS: Drama. A film based on the events of the last years in the life of Gisela Elsner, a writer who committed suicide in 1992. The narrative condenses events into a series of meetings with friends and relations. The writer, called Hanna in the film, travels from her Munich home to Berlin, where she is, in the main, rebuffed by old acquaintances and friends. Deciding to return to Munich, she stops at Nuremberg, receiving once again a cold welcome, precipitating the tragic events to come. SCREENING/VERGEBEN IN: Rotterdam Internationales Film-Festival, ...No Place to Go ( Die Unberührbare )
Wenn ein deutscher Film später einmal im Gedächtnis bleiben wird, dann nicht Marlene und auch nicht Der Krieger und die Kaiserin, sondern Oskar Roehlers Die Unberührbare. Es mussten Jahre seit dem Mauerfall vergehen, bis unser Kino mit dieser Geschichte vom langsamen Sterben einer westdeutschen Schriftstellerin endlich den Erschütterungen der Wiedervereinigung gerecht werden konnte. Gisela Elsner, die hier nun Hanna Flanders heißt und auf geradezu spektakuläre Weise von der nicht mit ihr verwandten Hannelore Elsner verkörpert wird, war in den 60er- und 70er-Jahren ein Star der bundesdeutschen Literaturszene. Ihre geistige Heimat sah sie, eine linke Diva, die Dior-Kleider so sehr liebte, wie sie den kleinbürgerlichen Konservativismus der Bonner Republik verabscheute, allerdings immer in der DDR. Der zweite deutsche Staat gab ihr Hoffnung und Kraft, besonders als sich in den 80er-Jahren der westliche Literaturbetrieb immer weiter von ihr abwandte und die Verrisse zunehmend böser wurden. Mit dem Fall der Mauer verlor sie endgültig den Boden unter den Füßen und stürzte sich schließlich aus dem Fenster einer Klinik in den Tod.

Aus den letzten beiden Jahren vor Gisela Elsners Tod 1992 werden in Die Unberührbare ein paar Tage, eine Reise von München nach Berlin, in den Ostteil der Stadt, und wieder zurück nach München. Oskar Roehler, der Sohn der Schriftstellerin, der mit seinem Film auch versucht, das rätselhafte, zutiefst widersprüchliche Wesen seiner Mutter zu entschlüsseln, kondensiert die Ereignisse, rückt sie viel näher zusammen und gibt ihnen damit eine besondere Kraft. Die Erzählung wird zu einem Taumel in den Tod. Die Stationen auf diesem letzten Weg zeichnen das Bild einer ganz und gar einsamen Frau, die weder bei ihrem Geliebten noch bei ihrem Sohn, weder bei ihren Freunden noch bei ihrem Ex-Mann (Vadim Glowna in einem wirklich grandiosen Zwischenspiel in dieser deutschen Tragödie), weder bei ihren Eltern noch bei Fremden Halt finden kann.

Hannelore Elsner nimmt dem Absturz ihrer Figur dabei nie etwas von seiner Härte. Als Hanna Flanders ist sie bereit, noch die letzten schützenden Fassaden, mit denen sich Schauspieler sonst umgeben, fallen zu lassen, und findet in dieser Offenheit zu einer Größe, wie sie seit Rosel Zech als Veronika Voss in Fassbinders Die Sehnsucht der Veronika Voss keine andere deutsche Schauspielerin mehr besaß. Überhaupt verbindet Roehlers Meisterwerk viel mit Fassbinders Porträt einer an Deutschland und an sich zugrunde gehenden UFA-Diva. --Sascha Westphal
Langsam, aber sicher holen die deutschen DVDs ihren Rückstand gegenüber dem internationalen Standard auf. Denn mit Die Unberührbare liegt nun eine weitere Edition vor, die kaum Wünsche offen lässt. Das Bild ist gestochen scharf und wahrt die Ratio des Original-Kinoformats, der Ton erklingt wahlweise in Dolby 2.0 oder 5.1. Auch an den Special Features hat man nicht gespart, so dass neben den üblichen Beigaben wie dem Trailer und biographischen Informationen zu den Darstellern etliche sinnvolle Extras zur Verfügung stehen. Man kann sich ansehen wie Regisseur Oscar Roehler und Hannelore Elsner ihre Auszeichnungen bei der Verleihung des deutschen Filmpreises entgegen nehmen, kann ausführliche Interviews mit Elsner und Roehler abspielen oder ein kurzes Feature über den Film aus der TV-Sendung Kino Kino sowie ein knappes Porträt der realen Figur Gisela Elsner abrufen. Man vermisst lediglich den Audio-Kommentar des Regisseurs, der in diesem Falle besonders interessant gewesen wäre, da Oscar Roehler in Die Unberührbare die letzten Tage im Leben seiner eigenen Mutter nachzeichnet. --René Classen