Ein ganz gewöhnlicher Dieb

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Ein ganz gewöhnlicher Dieb

Ein ganz gewöhnlicher Dieb Cover Freigabe: Freigegeben ab 16 Jahren
Medium: DVD
Erschienen am: 12.07.2004
Laufzeit: 94 Minuten
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Ein ganz gewöhnlicher Dieb

Beschreibung
Michael Lynch liebt zwei Schwestern, die gemeinsamen Kinder und seinen Job als Berufskrimineller. Mit seiner Bande hat er sich auf dreiste Raubzüge spezialisiert, die die Polizei zu Trotteln und ihn zum irischen Volkshelden machen. Die längst um seinen Kopf gelegte Schlinge zieht sich zu, als sich mit der I.R.A. eine zweite gegnerische
Martin Cahill ist eine irische Legende. Der Boss einer Verbrechergang aus den Slums von Dublin hat Zeit seines Lebens am eigenen Mythos gearbeitet, der selbst seinen Tod durch die Kugeln eines unbekannten Attentäters einschließt. Ein Mann, der praktisch gegen die ganze Welt angetreten war, wurde Opfer eines denkwürdigen Komplotts.

John Boorman hat die Geschichte Cahills unter dem Titel Der General verfilmt und dabei einen der ambitioniertesten Gangsterfilme der letzten Zeit geschaffen. Er entdeckte in dem bewegten Leben des genialen Diebes den anarchischen Gegenentwurf eines großen Rebellen, der letztlich an seiner eigenen paranoiden Denkweise scheiterte. Mit Thaddeus O'Sullivans Ordinary Decent Criminal ist fast parallel ein zweiter Film über Cahill entstanden, der sich ihm auf eine ganz andere Weise nähert.

Aus Martin Cahill wird hier Michael Lynch, den Kevin Spacey als (kriminelles) Genie und einmaliges Schlitzohr verkörpert, dem man für jede seiner Aktionen Respekt zollen muss. Er ist bemerkenswert abgebrüht -- einer seiner Coups ist ein Überfall auf das Sozialamt, in dem er gerade zuvor noch seine Unterstützung abgeholt hat -- und dabei noch unglaublich einfallsreich.

Jeder Coup, den Spacey zusammen mit seiner Bande austüffelt, gleicht einem Auftritt, der dem Wunsch nach der Anonymität, in der ein Verbrecher in der Regel verschwinden will, deutlich widerspricht. Lynch will ein Star sein und erinnert damit eher an einen Sportler, der einen Rekord brechen will, oder einen Schauspieler, der mit allen Mitteln versucht, die Gunst seines Publikums zu gewinnen. Aber diese egomanische Sucht nach Berühmtheit ist nur eine Seite seiner Person. Zugleich ist er ein perfekter Familienvater, der es versteht, seine Frau Christine (Linda Fiorentino) und deren Schwester Lisa (Helen Baxendale) glücklich zu machen, und der seine Kinder über alles liebt.

Thaddeus O'Sullivan präsentiert einen Gegenentwurf zu John Boormans düster-realistischem Porträt Martin Cahills. Sein Film ist eine Fiktion, die sich allerdings an den realen Ereignissen orientiert. Dabei wird dieser außergewöhnliche Gangster endgültig zu einem mythischen Helden, der ein Leben führt, von dem man in unserer heutigen Zeit eigentlich nur noch träumen kann. --Sascha Westphal