Videokameras
Videokameras + Camcorder
Die grundlegende Fragestellung beim Kauf einer Videokamera ist simpel: Was kann/will ich für eine Videokamera anlegen, wozu will ich diese Videokamera verwenden? Wenn bisher stets von Videokamera die Rede war, dann könnte ebenso gut die Bezeichnung Camcorder verwendet werden.
Videobildsensor
Der zentrale Bauteil aller Videokameras oder Camcorder ist der Bildsensor. Seine Größe ist ein entscheidender Qualitätsfaktor. Diese Größe liegt meist zwischen 1/6 Zoll und 1/2 Zoll - wobei ein Zoll beziehungsweise ein Inch 2,54 cm sind. Die simple Logik ist, je größer der Bildsensor, desto mehr Licht kann er verarbeiten, was besonders bei schlechten Lichtverhältnissen vorteilhaft ist. Als Faustregel gilt: Die Größe des Bildsensors ist wichtiger als eine möglichst hohe Auflösung. Professionelle Kameras haben oft nur 0,8 Mexapixel Auflösung bei einem großen Bildsensor. Bemerkbar macht sich das, sobald bei schlechten Lichtverhältnissen gefilmt wird. Farbaufnahmen sind heute Stand der Technik. So ganz einfach ist das aber nicht, denn prinzipiell können Bildsensoren keine Farben unterscheiden, sondern lediglich Helligkeitsunterschiede. Also muss das Licht durch optische Mittel in seine Bestandteile zerlegt werden. In den Camcordern arbeiten CCD- oder CMOS-Chips. Die CMOS-Chips sind preisgünstiger und wurden anfangs vor allem in billigen Kameras eingebaut. Inzwischen wurde auch ihre Technik weiterentwickelt. Zu den Vorteilen zählen der geringe Stromverbrauch und die hohe Bildübertragungsrate. Vor allem bei Aufnahmen in schwierigen Beleuchtungssituationen spielt ein CMOS-Chip seine Fähigkeiten aus. Bei Kameras mit CCD-Chips lassen sich zwei Bauarten unterscheiden: "Ein-Chipper", bei denen nur ein CCD-Chip zum Einsatz kommt und die "Drei-Chipper" mit entsprechend drei CCD-Chips. Im letztgenannten Fall wird das durch das Objektiv einfallende Licht durch ein Prisma in die drei Grundfarben aufgespaltet und je einem Chip zugeführt. Arbeitet nur ein CCD-Chip, wird das Licht durch einen Farbfilter in besagte Grundfarben getrennt und auf verschiedene Bildpunkte verteilt. Durch sogenannte Farbinterpolation wird aus diesen Informationen ein farbiges Bild zusammengerechnet, wobei die Eigenschaft des menschlichen Auges ausgenutzt wird, stärker auf Helligkeits- als auf Farbunterschiede zu reagieren. Es leuchtet ein, dass die Drei-Chipper von ihren technischen Voraussetzungen her eine höhere Farbqualität liefern können als Kameras mit nur einem CCD-Chip. Angesichts der Entwicklung zu immer höherer Auflösung pro Chip sind Ein-Chipper allerdings in weiten Bereichen gleichwertig.
Videospeichermedien
Zu den Grundsatzentscheidungen, die dem Käufer einer Videokamera bevorstehen, gehört die Wahl des Speichermediums. Im Grunde ist dies schon der entscheidende Punkt, denn damit wird über die genutzten Formate und die möglichen Verarbeitungsschritte entschieden. Zur Verfügung stehen: Festplatte, Speicherkarte, DVD und MiniDV-Kassette. Die DVD-Variante ist für Leute empfehlenswert, die sich über Technik wenig Gedanken machen wollen, kein Problem mit der kürzeren Aufnahmezeit haben, keine Videobearbeitung planen und froh sind, dass sie die bespielte DVD nur aus der Videokamera in den DVD-Spieler einzulegen brauchen. Festplatten sind teuer, bieten aber enorme Speicherkapazität, zwischen 30 GB und teilweise 120 GB. Hier werden, bei niedriger Videoqualität, bis zu 60 Stunden Videozeit versprochen. Selbst wenn es nur ein Drittel Laufzeit ist, sollte die Speicherkapazität für einen Urlaub reichen. Speicherkarten sind klein, machen also eine kompakte Gehäusebauart möglich. Eine 32 GB-Speicherkarte erlaubt die Aufzeichnung langer Filme, so dass eher die Kapazität des Kamera-Akkus Grenzen setzt. 16 GB-Speicherkarten sind eine preisgünstigere Alternative. Da Speicherkarten keine beweglichen Teile haben, sind diese Kameras sehr robust und eignen sich beispielsweise dafür, sportliche Aktivitäten im Extrembereich zu dokumentieren. MiniDV-Kassetten erscheinen angesichts der anderen Speichertechniken überholt, sind es aber nicht. Tatsächlich sind sie die erste Wahl für alle diejenigen, die ihre Filme später am PC bearbeiten wollen.
Videozubehör
Trotz aller Elektronik - auch das Objektiv gehört zu den entscheidenden Faktoren, die über die Qualität einer Videokamera bestimmen. Das Aufschrauben von Zusatzobjektiven, beispielsweise um die Brennweite im Weitwinkelbereich zu verbessern, ist oft notwendig und immer lästig. Auch die Qualität des Mikrofons sollte beachtet werden. Welche Schnittstellen hat die Kamera, produziert sie ein Bild im echten 16:9-Format oder wird das nur aus dem 4:3-Format abgeleitet? Besonders bei Festplattenkameras mit ihrer enormen Speicherkapaizität ist es wichtig, dass der Akku möglichst lange durchhält. Eine Fotofunktion, mindestens 3 Mexapixel, erspart im Urlaub die Mitnahme eines Fotoapparates. Auch die Ergonomie ist wichtig: Wie liegt die Kamera in der Hand, wie lässt sie sich bedienen?
Veröffentlicht: 29.11.2008
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